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Hightech-Waffen von der RUAG ?

Am 24.4.2019
Sehr geehrte Frau Bundesrätin Amherd,

Einer unserer Stabs Of, einst Technologie-Berater, hat nach den Berichten im TA vom 22./24.4.2019 ein paar grundsätzliche Erfahrungen festgehalten:

Der Bund mit seinen Regiebetrieben hat unsere Industrie für (schwere) Investitions-Güter kaputt gemacht; wir können heute auch keine neuen Waffen mehr entwickeln.

Nach dem Krieg belieferte die «überlebende» Schweizer Maschinen-Industrie, mit Ihren guten Ingenieuren und Monteuren, die ganze Welt: mit Fabriken und Maschinen, mit Bahnen, Lokomotiven und Zügen, mit Hafenanlagen, Förderzeugen und Lastwagen, mit Radar-Systemen, Waffen und Munition, mit Kommunikations-Infrastruktur, Zentralen und Telefonie, mit Kraftwerken, Turbinen und Reaktor-Teilen, usw.

Aber alle grossen Beschaffungen der letzten 40 Jahre in der Schweiz, für die Armee, für die SBB, für die PTT, für die Kraftwerke, etc, verliefen immer nach dem gleichen Muster: Der (einzige) Kunde bestellte, meist nach 10 oder mehr Jahren interner «Evaluation» seiner unklaren Wunschvorstellungen, mit meist unvollendeten Spezifikationen, eine Riesenanzahl gänzlich neu zu entwickelnder «High-tech» Systeme, die dann innert 2-5 Jahren abgeliefert sein sollten: 300 neue Schnellzug-Lokomotiven, 1000 überschwere M-Lastwagen, 380 «helvetisierte» Panzer, 150 Doppelstock-Neigezüge, für ca 6 Milliarden «direkt ab Blau-Pause», zentralisierte Verkehrs-Leitsysteme für 3-? Milliarden, 400’000 neue Stgw; aber auch die «grössten» Basis- und andere Tunnels, Gelände-Verstärkungen, und heute Hochgeschwindigkeits-Züge (wozu?) von Stadler Rail, usw.:

In gnadenlosen Ausschreibungen gegen meist ausländische Konkurrenten mussten diese Aufträge meist schon mit Verlust hereingenommen werden, in der Hoffnung, durch spätere Aenderungen (sog. «Konfigurations-Management») Mehrkosten verrechnen zu können oder in zukünftigem Unterhalt.

All diese Investitions-Güter, sollten über 30-40 Jahre im Einsatz sein und dabei im Unterhalt total ca 2-mal mehr kosten, als im Ankauf.  Aber: Alle die Hersteller mussten all ihr Know-how und Hilfseinrichtungen für diesen Unterhalt mitliefern. Alle die Bundes-Regiebetriebe bauten, mit einem Teil des Projekt-Kredites, ihre eigenen Werkstätten und machten den Unterhalt selber, mit wenig qualifiziertem Personal.

Die meisten dieser Schweizer Industrie-Perlen überlebten diese fatalen Monster-Projekte nicht, denn das nächste Grossprojekt würde erst wieder in 30-40 Jahren «kommen», wenn überhaupt. Die überdimensionierten Produktionen und Entwicklungsbüros wurden geschlossen, Know-how ins Ausland «verscherbelt», die jungen Ingenieure zum Auswandern gezwungen: ABB Lok Fabrik, Winterthur Lokomotiv-Fabrik, Altenrhein- und Schindler-Waggonwerke, Saurer Lastwagen-Fabrik, SIG Waffen- und Waggon-Fabrik, Contraves, FBW, NAW, GF Giessereien, usw.

Die RUAG ist der grösste dieser Regiebetriebe, der wie die andern, mit jedem Abschluss jedes Gross-Projektes, so «organisch wuchs»: vom verstaubten M Ersatzteillager; dann mit Vorhaltung von Reparatur-Kapazitäten in leeren, MEMP-geschützten Werkstätten, für veraltete M Systeme; dann mit einer Kopie-Fabrik für Stgw, mit 14(!) Schweiz-weit verteilten unterirdischen Schiesskanälen; dann mit 2 unterirdischen Panzer-Revisions-Werkstätten; dann mit Munitionsfabriken für die Verwertung der riesigen Ueberbestände aus der Armee 61; etc. Die RUAG montierte die FA/18 Baugruppen zusammen und versucht heute, kläglich, Unterhalt zu machen. Sie sollte das FIS und andere IT-Systeme betreuen, «cyber-proof», mit beschämendem Resultat. Sie versucht die Helikopters zu warten, ohne ausgebildete und qualifizierte Service-Mechaniker: «illegal» und mit absehbaren Folgen, usw.

Das jüngste Beispiel der High-tech-Waffe zeigt schonungslos auf: Die RUAG hat nie neues, qualifiziertes Personal aus den Projekten übernehmen können. Sie lernte auch nie, die Projekte zu führen; jetzt wächst ihr schon die Organisation des Unterhalts «über die Ohren». Sie kann nur «oberflächlichen» Unterhalt machen, hat aber keine Mechaniker mit Kompetenz in Ersatzteile-Herstellung. Sie hat keine Ingenieure mit Know-how für Kampfwertsteigerungen an den in die Jahre gekommenen Systemen.

Wir werden in der Schweiz nie mehr ein neues Waffen-System entwickeln können, auch wenn es keine High-tech ist, wie die beschriebenen Minenwerfer.

(Übrigens: Die USA rüsten zur Zeit jeden Wehrmann mit «unserer» SIG Pistole aus: Produktion nicht mehr in Neuhausen am Rheinfall. Und US Army und Navy beschaffen, als neues Assault Riffel für ihre Infanteristen, «unser» SIG Sturmgewehr; aber nicht mehr aus Neuhausen am Rheinfall.)

Folgerungen:
Sehr geehrte Frau Bundesrätin Amherd,

1. Sie müssen all die VBS-Quellen, die immer wieder über Probleme Infos liefern, abstellen, sofort fristlos entlassen. Sie schaden dem Image der Armee und ihrer Dissuasion. Und sie machen das ja auch in irgend einem fiesen Auftrag.

2. Sie müssen sofort den Abbau der erst kürzlich überholten Fest Minenwerfer stoppen. Sie sind noch lange effektiv in ihren perfekt geschützten Bunkern, eingeschossen auf die wichtigsten Eintritts-Pforten.

3. Lassen Sie sich nicht nötigen, die neue Armee «um die (noch nicht verfügbaren) Waffen herum» zu bauen.

4. Entlassen Sie alle, die es versuchen, Sie zu nötigen; Sie können sie nicht mehr brauchen.

5. Wenn Sie genau wissen, mit welchen Mitteln Sie Ihren Auftrag in den verschiedenen Lagen erfüllen wollen, dann bestellen Sie diese Mittel: Ganz einfach, sogar on-line, lieferbar in wenigen Monaten, von einem der vielen kriegserprobten System-Anbietern, in West oder Ost.

Wir warten auf weitere Befehle !

Drängende Entscheide ? Unklarer Auftrag !

Am 24.4.2019
Sehr geehrte Frau Bundesrätin Amherd,

wir vernehmen täglich aus dem Hexenkessel von Medien- und VBS-Sprechern, dass Sie «noch diesen Monat» alle Teil-Projekte «absegnen und freigeben müssen», die Ihre VBS-Vorgänger und -Gehilfen über Jahre vertrödelt und vermurkst haben.

Unsere, aussenstehende Lagebeurteilung:
Keines dieser Teil-Projekte basiert auf sauberen Unterlagen, ist durch die 3 Rapporte geschickt, fertig spezifiziert und formuliert worden. Jedes dieser Teil-Projekte hat nur schon die Planungs-Termine um Jahre übertroffen und die Kosten vervielfacht. Keines dieser Teil-Projekte wurde mit den anderen «konkurrierenden» Teil-Projekten abgeglichen, geschweige denn mit dem übergeordenten Projekt eines weiteren Ausbaus der Armee. Da gibt es nichts Dringendes!

Es gibt nur einen Zeitdruck: Die Formulierung des Auftrages für eine Armee 2020. Diesen müssen Sie sich dringend erarbeiten lassen. Das ist aber keine Hexerei für 2, 3 Generalstabschefs a D aus der alten Miliz-Armee: Sie werden mit ein paar alten Gehilfen, aus den alten Gst Behelfen, in wenigen Tagen ein konsistentes Dokument zusammenbinden, das Ihren Auftrag beschreibt, mit Zahlen, Zielen und Leitplanken.
Wir warten auf weitere Befehle.

Zum Rapport Zwo

Sehr geehrte Frau Bundesrätin Amherd,
wir melden uns zum Rapport 2 !

In den Stäben unserer Milizarmee konnte jeder neue Auftrag in vernünftiger Zeit analysiert, in einen Entschluss des Kommandanten (Kdt) gefasst und als Aufträge an die Direktunterstellten, an die zugewiesenen Unterstützer und an die Logistik formuliert und umgesetzt werden.
Die Stabs-Arbeit musste anhand einer stringenten Traktandenliste ablaufen:
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Unsere Gruppe

Sehr geehrte Frau Bunderätin Amherd,

wir sind eine noch kleine Gruppe von Stabs Of und Uof a D, aus der grossen Miliz Armee 61. Wir suchen noch ein paar alte Mitstreiter.

Unsere Gz Br, am wichtigsten Eingangstor in unser Land, wurde 1994 aufgelöst. Unser Rgt Kdt hat uns damals entlassen, mit den Worten: «Wir haben den Primär-Auftrag der Schweizer Armee, die Dissuasion im kalten Krieg, erfüllt!»
Über 30 Jahre hatten wir, unter den Spionen-Augen der grossen Feinde im Osten, jedes Jahr unsere Dispos getestet und ausgebaut, ausgebildet und geübt, und hatten mit Erfolg demonstriert, dass wir mit allen Mitteln bereit waren, einen zu hohen Eintrittspreis durchzusetzen.
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