Warum muss Frau Amherd das Volk verschaukeln ?

«Amherd’s  Air 2030»
Rettungsversuch mit Mantren und Lügen.

Unsere Arbeitsgruppe Air 2030 hat den Bundesrat vor seinem Entscheid für den «bestgeeigneten und kostengünstigsten Kampfjet» noch mit diesem Brief gewarnt:

Sehr geehrte Frau Bundesrätin Amherd,
Sie haben als erste weibliche Chefin des VBS, die Kommunikation mit uns Bürgerinnen und Wehr­männern auf eine neue, sympatische, persönliche Basis gestellt. Auch zur Beschaffung der neuen Kampfflugzeuge:  Sie haben die ca 200 eng beschriebenen Seiten des «Experten-Berichts» Ihrer Vorgänger (2017) durch Ihre eigene «Populärfassung» mit 17 Seiten ersetzt:

Auf der Front und den ersten 4 Seiten wird uns alten Wehrmännern aber sofort klar:
Unsere modernen Frauen haben die alten Experten-Berichte und Reglemente ersetzt durch ‹Mantren›:   Einprägsame, repetitive Gebetsformeln, die stundenlang, ohne viel Mitdenken, herunter­geleiert werden. Formeln, die man auf Stoffstreifen schreiben und im Wind flattern lassen kann, um damit die Götter um Schutz anzurufen, oder um den «Schutz der Schweiz» zu beschwören, zur Kenntnisnahme für «alle Menschen in der Schweiz» und für die potentiellen Angreifer.

Wenn früher Reglemente geändert wurden, musste im Stab eine Konkordanz-Liste erstellt werden, um neue Aussagen, Hintergrund und Auswirkungen auf unsere Arbeit aufzuzeigen.
Also versuchen wir das mit den neuen Mantren, die jetzt gültig sein sollen:


1. Mantra

auf der Frontseite, ‹im Wind flatternd› über den Schweizer Bergen

«Air 2030  Neue Kampfflugzeuge und bodengestützte Luftverteidigung grösserer Reichweite zum Schutz der Schweiz»

Das liest sich gut, und betet sich auch gut, für alle ‹einfachen› Bürgerinnen. Wer aber als Wehrmann in «Verteidigung» und «Schutz» im Krieg zu denken beübt wurde, weiss, dass hier die Wichtigkeit von Waffen und Abschuss-Plattformen, bewusst ‹verkehrt› wurde.

Unvoreingenommen müsste es heissen:
«Neue Lenkwaffen zur modernen Luftverteidigung grösserer Reichweite zum Schutz der Schweiz.»  
Ob ab Boden oder Luft, ist egal!


‹Tagesbefehl› der Chefin VBS

«Es geht nicht nur darum, Kampfflugzeuge für die Luftwaffe,
die Armee oder das VBS zu beschaffen. Es geht um den Schutz
aller Menschen in der Schweiz, den Schutz unseres Landes
und der Infrastruktur, die nötig ist, damit unsere Gesellschaft,
unser Staat und unsere Wirtschaft funktionieren.

Bundesrätin Viola Amherd, Chefin VBS»

Mit Verlaub, Frau BR: Wofür dieser erste, wichtigste Satz ans Volk, das ja weiss, dass der Satz eben doch nicht stimmt?
Wer hat Ihnen diesen Text ‹untergejubelt›? Wozu haben Sie unterzeichnet?

Und wozu dieser Allgemeinplätz im zweiten Satz, an uns:  Das ist doch Ihr Auftrag als Chefin VBS, für jeden Tag, in all Ihrer Arbeit! (Den Sie übrigens nicht mit Kampfflugzeugen erfüllen können!)

Für uns alte Lenkwaffen-Ingenieure ist eines klar:
«Es geht nur darum!» :
Eine bodengestützte Luftverteidigung grösserer Reichweite zu VERHINDERN.  Die ‹Konkurrenz› für die sog Flugwaffe nochmals zurückzubinden!

Wie schon 1980: Damals wurde das schon 30 Jahre veraltete, Kurzstrecken-Lenkwaffen System RAPIER beschafft, absolut ungeeignet für den «geplanten Geleitschutz der mech Verbände». Das moderne (Schweizer) ADATS hätte dabei den Erdkampf-Flugzeugen zu viel Konkurrenz gemacht.

Wie schon 1999: Damals wurde unsere strategische «bodengestützte Luftverteigung grösserer Reichweite» BLOODHOUND (0.3-24 km Höhe, 160 km Reichweite) abgebrochen, verschrottet, obwohl, oder weil(!) die neuen Kampfflugzeuge F/A-18 noch keine Lenkwaffen einsetzen konnten.

Wie wieder 2021: Schauen Sie das erklärende Bild auf Seite 7, «Integrierte Luftverteidigung»: Die ‹herzig kleinen› Raketen-Werferli, hinten auf einem ‹Tinky-Toys›-Lastwagen, nicht grösser als die zu schützenden, ungedeckten Menschen. Alle «im Schutz der grossen Kampfflieger».

Es wird KEINE «bodengestützte Luftverteigung grösserer Reichweite» beschafft, sofern es nach den X Milliarden Mehrkosten für die Flieger überhaupt noch Geld haben sollte. Es werden nur 2 taktische, Mittelstrecken-Flab Lenkwaffen Systeme «evaluiert» (<12 km Höhe, 50 km Reichweite) und ev beschafft, die Infrastruktur-Objekte schützen sollen. Alles «im Schutz» der 4 Flieger am hohen Himmel, die «alle Menschen in der Schweiz schützen«; aber wie??.
Beide «evaluierten Systeme» sind bei der Uebernahme ca 2030 auch etwa 40-50 Jahre alt. Wenigstens hat der PATRIOT schon 1-mal (!) 1 feindliches Flugzeug abgeschossen!


2. Mantra

auf Seite 2 und 4, weiter detailliert auf Seite 11:

«Die Schweiz braucht Kampfflugzeuge und bodengestützte Luftverteidigung.»

«Die Schweiz braucht die Luftwaffe für die Luftpolizei, für den Schutz von Konferenzen, für den Schutz des Luftraums bei Spannungen und für die Verteidigung im Fall eines Angriffs.»

Seite 11, «Luftpolizeidienst Szenario»:
«Die Luftwaffe erfüllt im Alltag den Luftpolizeidienst. Sie überwacht die Einhaltung der Luftverkehrs­regeln, hilft in Not geratenen Flugzeugen und verhindert die missbräuchliche Benutzung des Luftraums. Für den Luftpolizeidienst braucht die Luftwaffe überschallfähige und bewaffnete Kampfflugzeuge.»

In einem früheren Rapport-Zwo hatten wir im Experten-Bericht den 1992 definierten «Luftpolizeidienst» analysiert: (Der erst ab Mitte 2021(!) wirklich so ablaufen können soll!)

Das Haupt-Problem der alternden Flugwaffe im «Luftpolizeidienst»:
«Wie bringe ich ihn hoch, den Flieger ?»

Der Kdt der Flugwaffe hatte uns Miliz-Bürgern und -Wehrmännern 1992 mit dem untenstehenden Bild versucht zu beweisen, warum er für den Luftpolizeidienst den modernsten Kampfjet mit dem modernsten Bordradar brauchte:

Im Schulbeispiel für seine Kampfjetpiloten donnert ein feindlicher Jet, mit Ueberschallgeschwindigkeit von Norden über die Grenze Richtung Süden. Dabei ist er schon seit mindestens 5-10 Minuten auf dem Kontrollschirm der Florida Luftraumüberwachung, hat jede Freund-Feind-Erkennung und Funkkontakte unbeantwortet gelassen.

2 Abfang-Jäger stehen bereit im Alarm-Understand in Payerne («1 Flieger = kein Flieger», gilt auch hier!), rollen aufs Feld, mit laufenden Motoren, warten auf den «Décollage»-Befehl. Der Patrouillen Führer hat seinen Bordradar eingeschaltet, braust los, dreht in Richtung auf die Reflexion des Feindes auf seinem Radar-Empfänger. [Der technisch unbedarfte Kdt hat seinen Kampfjetpiloten nie erklärt, dass ihr ‹aktives› Radar-Signal, vom Feind in 100 km Distanz (möglichst schlecht) ‹passiv› reflektiert, von diesem mehr als 100 mal stärker sofort ‹gesehen› worden ist. Auch ein feindliches AWACS-Leitflugzeug in 10’000 km Distanz ’sieht› den startenden F/A-18 sofort.]
«Blödsinn der «aktiven» Zieldetektion in der Verteidigung!»

Und jetzt fliegt der ausgebildete Kampfjetpilot entlang einer 120 km langen «Hundekurve», «übers Bundeshaus», um dann endlich hinter der Jungfrau, nach 6 Minuten, den Feind «von Angesicht zu Angesicht zu identifizieren». Er kann, wie der Hund, nur wenig «vorhalten», sonst verliert er den Feind aus seinem Radar-Kegel, vor allem wenn dieser noch versuchen sollte, nach Süd-Osten auszuweichen. (Würde er ohne Radar fliegen, wie die viel langsamere alte Mirage vom Florida geleitet, könnte er nach 75 km und ca 4.5 Minuten den Feind schon «treffen und abfangen».) «Aber wie dann?»

[Wir hatten auf der Karte des Kdt der Flugwaffe noch die «vergessenen» 6 Bloodhound-Stellungen eingezeichnet, die alle diesen Ueberflieger aus max 75 km und nach max 2 Minuten hätten abschiessen können.
Das ist die unliebsame ‹Konkurrenz›, die der Kdt Flugwaffe möglichst schnell eliminieren wollte.]

So einfach dieses ungestörte «Hochbringen» der Lenkwaffen am Flieger, – nur bei schönem Radar-Wetter(!) -, von Payerne aus gegen hochfliegende Feinde aus Norden sein kann, so schwieirig wird es von Emmen oder Meiringen gegen Anflieger von Nord-Osten oder Osten. Die tragischen Kollisionen mit einer Felswand, im unmittelbaren Umfeld des Heimflugplatzes, wirft nicht nur Fragen zur Führung solcher «Alarmeinsätze» auf, sondern auch zur Effizienz der Flight-Management-Systeme an Bord, und am Boden.

Der Frust der alternden «Berufsmilitärkampfjetstaffelkommandanten» im «Verstärkten Luftpolizeidienst», [noch ohne Feindkontakt!]:
«Aber wir können ja nicht einmal einen halben Monat durchhalten!»

Die Ueberraschung kommt erst zum Schluss, im Experten-Bericht: Auf 10 + ca 30 Seiten wird uns erklärt, warum die 6 Milliarden Fr jetzt, plus ca 1 Milliarde je Betriebsjahr, für 30 neue Kampfjets, nur ausreichen, um «im Falle erhöhter Spannungen», noch ohne Feindkontakt, diese Flieger mit den Lenkwaffen und den «Berufsmilitärkampfjetpiloten» an Bord, nur 15 Tage durch den Schweizer Himmel zu fliegen. Dann ist fertig geflogen!!
Und wenn wir 40 neue Kampfjets bewilligen würden, [40 Milliarden Fr in 25 Jahren], könnten wir auf 30 Tage «Air-Show ohne Feinde», hoffen.


3. Mantra

auf Seite 2 und 6:

«Die heutigen Mittel sind veraltet oder werden es bald sein.»

«Die F-5 Tiger wurden vor über 40 Jahren eingeführt, die F/A-18 Hornet vor mehr als 20 Jahren. Die drei Systeme der bodengestützten Luftverteidigung sind alle älter als 25 Jahre. Zudem ist ihre Reichweite sehr kurz. Eine bodengestützte Luftverteidigung grösserer Reichweite ist nicht vorhanden.»

Dieses Mantra stimmt nicht, auch wenn es seit 20 Jahren so vor- und nachgebetet wird: Wir möchten auch hier dagegenhalten und die daraus folgenden Prioritäten anders gewichten.

Wichtigster Fakt: Es fehlt die bodengestützte Luftverteidigung gösserer Reichweite, die das Eindringen von feindlichen Flugobjekten in unser Land, wenn möglich noch vor der Grenze und auch aus dem oberen Luftraum, stoppen kann: Raketen-Artillerie-Geschosse, Cruise missiles, gelenkte Bomben, Drohnen und ev Flugzeuge (die aber ‹zu teuer› sind, um sie in unserer Luftverteidigung zu ‹verheizen›).
Höchste Priorität: Diese wichtigste Waffe, die seit über 20 Jahren fehlt, muss sofort ersetzt werden, und zwar mit einer modernen Waffe.

Wenn diese Waffe grosser Reichweite einmal eingeführt ist und in Simulationen und Uebungen ihre Fähigkeiten zur Luftverteidigung bestätigt hat, werden wir die anderen Waffen ersetzen, entsprechend den ihnen dann zuzuteilenden Aufträgen.

Zweiter Fakt: Die neuesten Waffen, die AMRAAM Radar-Lenkwaffen der F/A-18, sind erst vor 3 Jahren geliefert worden. (Sie sind offensichtlich noch nicht mit allen F/A-18 einsatzbereit?!)
Waffen und Munition sind NICHT nach wenigen Jahren «veraltet». Sie schiessen immer noch gleich weit, zerstören gleich gut, wie bei ihrer Beschaffung vor 50 oder gar 80 Jahren. Ihre Fahr-Untergestelle, wie alle Militär-Fahrzeuge, kommen erst Jahre nach ihrer Ausmusterung auf ’normale› Nutzung und Kilometer.

Ausser die F/A-18:  Sie wurden über 20 Jahre ‹herumgeflogen›, in Airshows und ‹Dogfight›-Uebungen, die nichts mit dem Auftrag als Träger von Radar-Lenkwaffen gemeinsam haben.

Sie haben mit 5’000 solchen ‹lustvollen›, hochbezahlten Flugstunden für die «Berufsmilitärjetpilotinnen und -piloten», und noch mehr millionenteuren Reparaturstunden «für die RUAG», ihr «Nutzungsende erreicht», zerbrechen zusehends. Und wenn jetzt, nach dem aktuellen ‹450-Millionen-Reparaturprogramm›, 2023, mit allen Flugzeugen ‹verfügbar›, die Lage in Europa sich verändern sollte und «Verstärkter Luftpolizeidienst bei erhöhten Spannungen» befohlen werden müsste: Dann könnten wir nur 15 Tage ‹lang›, mit je 4 Fliegern, ohne Feindkontakt, die ‹Lenkwaffen herumfliegen› und «alle Menschen in der Schweiz schützen». Nach 15 Tagen wäre «Ende Schutz der Schweiz», ohne dass wir einmal eine Lenkwaffe abgeschossen hätten.

Sträflich dumme, militärisch untaugliche Einsatzkonzepte!!

Diese Art des Betriebs im Frieden war uns Bürgern 1992 nicht ‹verkauft› worden: «Der F/A-18 solle voll miliztauglich» sein, für unsere Milizpiloten (die ja im Beruf meist auch grosse Düsenflieger flogen) und auch für die Miliz-Fliegermechaniker.

Und wozu wurden denn 2 F/A-18-Simulatoren angeschafft, für 131 Millionen Fr, und noch 6 PC-21 Trainingsflugzeuge für 115 Millionen Fr, die als F/A-18-Plattform alle Verfahren und Funktionen üben, speichern und nachbesprechen lassen, im Doppelsitz mit dem Lehrer?


4. Mantra

auf Seite 2 und 9:

«Die Schweiz braucht auch in Zukunft Kampfflugzeuge und bodengestützte Luftverteidigung.»

«Die sicherheitspolitische Lage hat sich verschlechtert. Machtpolitik gehört zu den grossen Bedrohungen ebenso wie Terrorismus und Cyberangriffe. Für den Schutz gegen Angriffe aus der Luft braucht die Schweiz auch in den kommenden Jahrzehnten eine Luftwaffe.»

Repetition! Die Gebetsmühle beginnt zu drehen:  Die Verschlechterung der Lage in Europa wird ‹heruntergeleiert›, den Amerikanern ’nachgebetet›, wie vor 40 Jahren von Präsident Reagan vorgetragen.

Eine, auf Seite 9 unten fast zu übersehende, These hat uns positiv überrascht:

«Bodengestützte Luftverteidigung grösserer Reichweite»

«Die Schweiz braucht ein System der bodengestützten Luftverteidigung grösserer Reichweite, weil dort eine Lücke besteht. Mit bodengestützter Luftverteidigung grösserer Reichweite können grosse Räume effizient abgedeckt werden: Mit wenigen Stellungen kann der Grossteil der stark besiedelten Gebiete der Schweiz geschützt werden. Zudem entlasten Systeme grösserer Reichweite die Kampfflugzeuge und haben eine stärkere Abhaltewirkung als Systeme kürzerer Reichweite

Dieser akzeptierte Grundsatz hat sich aus dem alten Experten-Bericht ‹herüberretten› können. Wir sehen aber keine Anwendung in all den anderen Mantren und Szenarien.


5. Mantra

auf Seite 2 und 11:

«Es gibt keine tauglichen Alternativen»

«Es gibt keine Drohnen für den Luftpolizeidienst und die Luftverteidigung. Kampfhelikopter und leichte Kampfflugzeuge sind zu langsam und fliegen zu wenig hoch. Die bodengestützte Luftverteidigung kann Kampfflugzeuge ergänzen, diese aber nicht ersetzen. Internationale Zusammenarbeit besteht schon heute, verlangt aber eigene Mittel und wird durch die Neutralität begrenzt.»

Und auf Seite 11:
«Die Luftwaffe braucht Kampfflugzeuge und bodengestützte Luftverteidigung, um ihre Aufgaben zu erfüllen.»

«Bodengestützte Luftverteidigung leistet einen wichtigen Beitrag zur Luftverteidigung. Sie ermöglicht einen Schutz mit hoher Permanenz. Systeme der bodengestützten Luftverteidigung können aber nur eingesetzt werden, um Flugobjekte abzuschiessen. Sie können diese nicht in der Luft identifizieren, warnen, abdrängen oder zur Landung zwingen.»

Frau Bundesrätin, kopieren Sie nicht die Deutsche Kanzlerin, für die fast alle ihrer (eigenen) Anordnungen «alternativlos» sind!  Aber akzeptieren Sie auch nicht von Ihren ‹Spezialisten› und ‹Beraterinnen›, dass diese Ihnen nur eine Lösung Ihres Auftrages vorlegen und nicht nach Alternativen suchen. In der «Truppenführung» wurde gelehrt, dass es im ‹Rapport-Zwo› immer Alternativen geben müsse, in der Strategie, in der Taktik, im Einsatz der einzelnen Waffen und Soldaten. Etwa so:

Der dargestellte «Luftpolizeidienst der Schweizer Flugwaffe» ist die untauglichste Alternative für eine resiliente «Wahrung der Lufthoheit», geschweige den für den «Schutz aller Menschen in der Schweiz» im «bewaffneten Konflikt»:

1. Groteske «Vision», mit allen Fliegern am Boden nach den ersten 15 Tagen «Verstärktem Luftpolizeidienst ohne Feindkontakt»: Oekonomie der Kräfte ad absurdum geführt!

2. Szenarium und Ablauf des «Luftpolizeidienstes« auf S 11 müssen kurz nach dem 1.Welt­krieg ‹entwickelt› worden sein und haben seither die technischen Entwicklungen verschlafen:

– Es gibt keine Flieger mehr, die über der Schweiz «in Not geraten» und micht mehr wissen, wo sie sind. (Ausser Schweizer «Berufsmilitärkampfjetpiloten», die in ihren F-5 offensichtlich noch kein Navi haben, wie jeder Primarschüler auf seinem Handy, und deshalb, trotz Rekognoszieren und Flieger-Leitoffizier vor Ort, auch mal die verschiedenen Täler des Jura verwechseln.)

Flieger und Fliegerabwehr sind heute mit Hightech-IFF-Systemen ausgerüstet, die auch den unkooperativen Feind als solchen identifizieren. [Das «Upgrade» der IFF der 34 F/A-18 kostete 2006 über 220 Millionen Fr.]

– Herr von Richthofen konnte vor 100 Jahren noch in seiner offenen Pilotenkanzel die Arme verwerfen und dem Feind in 20 – 30 Metern «Handsignale» geben. Wir glauben aber nicht, dass der feindliche Jetpilot, im Szenario S.11 ca 100 – 200 m vorneweg fliegend, mit beinahe Mach 1, unseren Luftpolizei-Piloten durch das kleine Seitenfenster erkennen kann, geschweige denn sein «Schweizer Handzeichen-Alphabet».
(Wie schwierig-gefährlich Identifikation auf Sicht sein kann, hätte ein damaliger F/A-18 Testpilot ca 10 Jahre später beim Zusammenstoss mit einem anderen Mirage-Kampfjet eigentlich ‹erfahren› müssen.)

– Einsatz von Infrarot-Täuschkörper wird den unwilligen feindlichen Piloten kaum beeindrucken und zur Landung veranlassen. Er weiss, dass unser Luftpolizist zuerst eine Abschuss-Erlaubnis einholen muss, im ‹behaglichen› Bern, dann sich wieder zurückfallen lassen muss, um endlich seine Infrarot-Rakete einsetzen zu können. Er wird entkommen, mit eigenen Infrarot-Täusch­körpern und speziellen, automatisierten Flugmanövern. Es wurde noch nie ein Feind mit einer Infrarot-Luft-Luft-Rakete abgeschossen!

3. Es gibt eine Alternative zu den «überschallfähigen und bewaffneten Kampfflugzeugen», «um Flugobjekte in der Luft [zu] identifizieren, warnen, abdrängen oder zur Landung [zu] zwingen»:

Bodengestützte Fliegerabwehr-Systeme, die (auch) mit passiven optischen Sensoren und Laser-optischen Geschützen ausgerüstet sind:
Spätestens beim Ueberfliegen der Grenze haben bodengestützte Radar-IFF und passive optische Kameras das nicht antwortende Flugobjekt identifiziert, und triagiert für ‹Abdrängen› oder ‹Abschiessen›.
Die Laser-Kanone kann mit schwacher Leistung den Piloten blenden und abdrängen, mit mittlerer Leistung die Elektronik stören, mit starker Leistung die Flugzeug-Hülle durchbrennen. (Abschuss-Kosten < 100 Fr!)

4. Eine noch ‹effizientere› Alternative im «Luftpolizeidienst bei erhöhter Spannung», bei erster Nicht-Kooperation eines feindlichen Flugobjekts und «missbräuchlichem Einflug in eine Flugverbotszone»:
Sofortiger Abschuss des Flugobjekts mit bodengestützten Lenkwaffen.
Es wird kein zweiter Pilot mehr das gleiche wagen, auch wenn er befohlen wird. Und es wird kein General den nächsten 200 Millionen-Flieger mehr schicken und ‹verheizen›.


6. Mantra

auf Seite 3 und 12 :

«Die Anforderungen sind klar.»

«Die Bemessung der neuen Mittel zum Schutz des Luftraums darf sich nicht nur nach dem richten, was für die Luftpolizei im Alltag nötig ist. Die Luftwaffe muss die Menschen in der Schweiz auch dann schützen können, wenn Angriffe drohen.»

Auf S 12 wird der ‹Krieg› aber relativiert:
«Eine Auslegung der Mittel auf eine mehrere Monate lang dauernde und völlig eigenständige Luftverteidigung gegen einen mächtigen Gegner wäre aber ebenfalls nicht realistisch.

Zur Bemessung der Mittel ist deshalb eine Situation erhöhter Spannungen bestimmend, die über Wochen anhalten kann, während derer jederzeit ein Angriff stattfinden könnte. In einer solchen Lage muss die Luftwaffe den Luftraum permanent überwachen und bei Verletzungen des Luftraums unverzüglich mit Kampfflugzeugen eingreifen können.»

Ja, beten Sie nur dafür, dass auch dieser Krieg nach 15 Tagen vorbei sei, oder vielleicht nach 30 Tagen, und befehlen Sie Ihren Piloten auch dann noch, «hinaufzusteigen» und die Feinde zuerst zu identifizieren und zu begrüssen ‹auf dem Platz› «mit Handzeichen». (Roger Federer könnte da noch ein paar Tipps aus seinen Matches geben.)

Weiter unten, definieren Sie die technischen Anforderungen an die neuen Kampfflugzeuge so:

«Zudem benötigen die Flugzeuge einen leistungsfähigen Radar, weitreichende Luft-Luft-Lenkwaffen, gegen moderne Bedrohungen wirksame Selbstschutzsysteme und eine zuverlässige Freund-Feind-Erkennung. Für Aufklärung aus der Luft sind für einen Teil der Flotte entsprechende Sensoren erforderlich. Die Flugzeuge müssen neben Luft-Luft-Lenkwaffen auch Luft-Boden-Waffen zur Unterstützung der eigenen Truppen einsetzen können.

Alle diese Ausrüstung brauchen Sie für Ihre Flieger NICHT :
NICHT für den «Luftpolizeidienst» und auch NICHT für die «Luftverteidigung» über der Schweiz, «zum Schutz aller Menschen in der Schweiz».

Das ist Ihre grosse Lüge, Frau Bundesrätin Amherd:
Sie brauchen diese Ausrüstung, um im Verband (mit der NATO!?), über grosse Distanzen, weit weg von der Schweiz, den geplanten Angriffskrieg (gegen Russland!?) mitzufliegen.


7. Mantra

auf Seite 3 und 14:

«Die Erneuerung der Luftwaffe ist bezahlbar.»

«Für die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge sind bis zu 6 Milliarden Franken, für die Beschaffung der bodengestützten Luftverteidigung grösserer Reichweite bis zu 2 Milliarden Franken vorgesehen. Die Beschaffungen werden, über eine Zeitspanne von 10 Jahren, aus dem Armeebudget bezahlt.»

Auch wenn da von «realem Wachstum des Armeebudgets»(?) geflunkert wird:  Wir wissen alle nur eines:  Alle diese Zahlen, Zeiten und Leistungen wurden und werden nie eingehalten. Und hier soll auf 10 Jahre hinaus das halbe (wenn’s denn dabei bleibt) Investitionsbudget der Armee abgezweigt werden, für die ‹Fliegerei im Frieden›:

Und so können wir alte Milizsoldaten, die noch im EK 1994 innerhalb 8 Std KMob-mässig einrückten und am Abend bereit waren mit unserem PSpro am Rhein, uns die «Lage erhöhter Spannungen» und Teilmobilmachung vorstellen und Ihnen zu Ihrer mentalen Vorbereitung schildern: 

– Sie werden in Bern den «Verstärkten Luftpolizeidienst» befehlen und die wichtigsten (Ordnungs-?) Truppen aufbieten.
– Die Flugwaffe wird mit 4 Fliegern, während 4 Wochen am hohen Himmel herumfliegen und «alle Menschen in der Schweiz schützen»,
– gerade noch lange genug, um mit «Luftaufklärung» Ihnen nach Bern vermelden zu können, wie die ersten Einheiten der Bodentruppen, nach ca 4 Wochen,
noch nicht mit Vollbestand,
noch nicht vollständig ausgerüstet und
noch nicht voll funktionsfähig bewaffnet und
noch nicht mit allen neuen Geräten und Fahrzeugen versehen,
geschweige denn umgeschult und eingeübt,
– sich in ihre noch unbekannten Einsatzräume verschieben.  

Dann kann der Krieg ja beginnen!

(Haben Ihnen Ihre 2’000 Instr Ofs und Uofs eigentlich einmal einen Plan vorgelegt, wie sie über die nächsten 10 Jahre alle Waffensysteme der Armee, neu einführen und einschulen wollen?

Glauben Sie, dass die zentralisierte Logistik, mit ihrem «Bringprinzip», eine Mobilmachung über­haupt ‹hinbringt›?
Wir waren 2019 am Anlass für ehemalige Instr der Logistik, wo der Kdt uns zum Dessert einen modernen Pz Zug vorstellen wollte: Nur 2 Pz konnten sich bewegen, aufs Schiessen wurde verzichtet. Der Kdt hatte vor dem Mittagessen an uns Pensionierte appelliert: Er brauche qualifizierte Rep Instruktoren, die die Rekruten anlernen können, für 1-2 Jahre.


8. Mantra

auf Seite 3 und 16:

«Die Beschaffungen stärken die sicherheitsrelevante Industrie in der Schweiz.»

«Bei der Beschaffung neuer Kampfflugzeuge müssen die Hersteller 60 Prozent des Vertragswerts, bei der bodengestützten Luftverteidigung grösserer Reichweite den vollen Vertragswert durch die Vergabe von Aufträgen insbesondere an die sicherheitsrelevante Industrie in der Schweiz kompensieren. Die Unternehmen erhalten damit Zugang zu Spitzentechnologien und neuen Absatzmärkten.»

Dies ist die grösste und folgenschwerste Mantra-Lüge der Verwaltung und ihrer ‹Regiebetriebe›, die wir Ihnen schon 2019 im Rapport-Zwo dargestellt haben, bei den Problemen in der ‹Entwicklung› eines Pz Minenwerfers durch die unqualifizierte RUAG.  

Als alte Berater und Armee-Logistiker fassen wir zusammen:
Alles FAKE, den wir schon bei der Beschaffung der F-5, der Leopard Pz, der F/A-18, des FIS, etc so etwa gehört haben.
Richtig ist: Es ging immer darum, die RUAG, als Konkurrenz zur relevanten (Schweizer-) Industrie ‹aufzurüsten›, für sehr lukrative Montage- und dann jahrzentelange Unterhaltsarbeiten  (zB mit unterirdischen Pz Werkstätten in Thun, mit einer Stgw Waffenfabrik in Bern und 14 unterirdischen Schiesskanälen, etc). Und die RUAG mit Ersatzteil-Material und Munition zu ‹überschwemmen›, die sie später mit Gewinn (für wen?) verkaufen konnte (zB über 400 Schuss Kriegsmunition pro Pz, der im Maximum 12 Schuss, im Durchschnitt 5 Schuss, schiessen kann, als eingerichtete mechanisierte Pz Abwehr, bis er selber getroffen wird).

Noch NIE hat unsere Industrie (meist 30 Jahre alte) ‹Spitzentechnologien› erhalten, nochmals anwenden und verkaufen können: Es gibt keine «neuen Märkte» für veraltete Waffen.

Wir haben Ihnen unsere Analyse zugesandt, zur Beschaffung des F/A-18 von 1993 bis zur Bereitstellung für den «Luftpolizeidienst 24/7» im 2021(?):  Ueber 1 Milliarde Fr Arbeit, Material, Munition sind in die RUAG geflossen, die heute noch keine kongruenten Unterhaltspläne und Zeichnungen hat. Jedes Flugzeug sei «seine eigene Wundertüte» und brauche in den nächsten 3 Jahren ca 4 Monate Unterhalt und Reparatur, zur ersten, kompletten(?), Bereitschaft 2023.


9. Mantra

auf Seite 3 und 17:

«Die Evaluation führt zum geeigneten Typ.»

«Die Evaluationen der neuen Kampfflugzeuge und der bodengestützten Luftverteidigung grösserer Reichweite verlaufen parallel. Die Kandidaten werden anhand einer Kosten-Nutzen-Analyse miteinander verglichen. So kann jeweils der für die Schweiz am besten geeignete Typ bestimmt werden.»

Für sträflich dumme,
militärisch untaugliche Einsatzkonzepte!!

Hochachtungsvoll

Arbeitsgruppe Air 2030, 09.06.21 / 12.07.21

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