Archiv für den Monat: September 2020

Interview zu den «zusätzlichen 30 neuesten Kampfjets»

[Sept 2020] Diskussionsnotizen pensionierter Wehrmänner, die im langen kalten Krieg den Auftrag der Armee «erfüllt!» haben:

«Schweizer stimmt NEIN!!  Unser Land braucht endlich wieder einsatzfähige Langstrecken-Boden-Luft-Raketen, wie in der Armee 61 !!»

Für was brauchen wir denn welche zusätzliche 30 neueste «Kampfjets»?

So alle 30 Jahre stellt unsere Miliz-Armee wieder diese «grosse Frage». Wir haben einen alten Militär fragen können, wie denn in den 1980er Jahren, bei der Evaluation unserer heutigen F/A-18, diese Frage beantwortet wurde.

Frage: Sie haben als junge Militärs und Ingenieurs den Aufbau der Luftverteidigung der Armee 61 miterlebt; wie Sie das im Kasten unten für Interessierte beschrieben haben. Sie wurde als «beste Luftverteidigung der Welt» von den Experten der US Army bewertet. Warum ??

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Interview zur «Schweizer FAKE-Luftverteidigung»

Die letzten 30 Jahre : Elimination der Miliz

Warum haben wir denn heute die Langstrecken-Boden-Luft-Lenkwaffen der Armee 61 nicht mehr ??

Frage: Bevor wir die Probleme der heute vorgeschlagenen Lösung der Luftverteidigung aufzeigen, müssen Sie uns Jungen noch erklären, wie es weiterging mit der Armee 61 und ihrer Luftverteidigung; warum sie nur noch im Museum zu bewundern ist ??

1989 fiel die Mauer: Innert weniger Wochen änderte sich die militärische Lage in Europa komplett. Unsere hochgetrimmte Armee hatte plötzlich den alten «roten» Feind aus dem Osten nicht mehr. Unsere Fliegertruppen planten gerade die Beschaffung der 34 F/A-18. In der Industrie produzierten wir die letzten der 380 neuesten Leopard Kampfpanzer. In unserer Grenzbrigade am Rhein bereiteten wir den Einbau neuer Centurion-Geschütztürme in Bunkern vor. Die Armee hatte gerade einen geschätzten Maximalbestand von ca 820’000 Mann.

Die Friedenshoffnungen waren gross. Wiedererwachte Armeegegner und linke Politiker wollten sofort die Armee abschaffen. Ihre Volksinitiative wurde abgelehnt, bei aber 35% JA-Stimmen (1989). Das Referendum gegen die Beschaffung der 34 F/A-18 (1991/92) wurde abgelehnt, doch schon waren 43% der Bevölkerung gegen die neuen, teuren Flieger, im intransparenten Paket-Deal.

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Interview zur «Schweizer Luftverteidigung der Zukunft»

Die nächsten 30 Jahre

Die «Luftverteigung der Zukunft»,
wie sie die «Experten» und Kommandanten uns vorstellen.

Frage: Diesmal aber haben Bundesrätin Amherd, Parlament und Volk doch einen Expertenbericht erhalten, der auf ca 200 Seiten transparent darstellt, wie die Luftverteidigung der nächsten 30 Jahre aussieht ?? Der emeritierte Astronaut Nicollier hat für diese «Doctrine» sogar «Carte Blanche» erteilt ??
[
Bericht-Luftverteidigung-der-Zukunft-d.pdf (PDF, 200 Seiten, 4 MB)]

Ja: Zentral sind die Seiten 76-94, wo uns die «Experten» erklären und der Astronaut abwinkt, wie unsere Luftwaffe in den nächsten 30 Jahren die «Luftverteidigung» der Schweiz durchführen will, für die 3 Einsatz-Szenarien:

– Wahrung der Lufthoheit in der normalen Lage:  «Luftpolizeidienst»

– Wahrung der Lufthoheit im Falle von Spannungen:  «Verstärkter Luftpolizeidienst»

– Verteidigung des Landes, seiner Bevölkerung und der krtitischen Infrastruktur:  «Luftkrieg»


Aber es hat schon früher sehr gute technische Expertenberichte für Beschaffungen gegeben, meist aus den Offiziersgesellschaften, erstellt durch Miliz-Offiziere, -Ingenieure und -Professoren. 1992 versuchte der Kdt der Flugwaffe selbst, uns die Notwendigkeit der neuesten 34 F/A-18 für seine «Flugwaffe» zu erklären. Diesmal ist es ein VBS-internes Team, unter Leitung eines ehemaligen Sanitätsgefreiten und einer ausländischen «Strategin».

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Kasten 1: Geschichte der Schweizer Luftverteidigung

Der Aufbau der Schweizer Luftverteidigung, seit dem 2.Weltkrieg, ist das beste Schulbeispiel für die Erfolgsgeschichte einer demokratischen Miliz-Gesellschaft.

Schon vor dem 2.Weltkrieg hatte der damalige Bundesrat und Landwirt, auf Betreiben hoher Miliz Of, die Bedeutung einer Luftverteidigung der Schweiz im Umfeld der Aufrüstung in Europa erkannt und umgesetzt: in Beschaffungen, Ausbildungen und Aufbau von Flieger- und Fliegerabwehr-Einheiten: Hitler war sehr erstaunt und erbost, als in ersten Flügen seine modernsten Messerschmitt-Jagdflugzeuge schon über der Grenze im Jura, von ebensolchen Messerschmitt-Jägern mit Schweizer Kreuz abgeschossen und zur Flucht gezwungen wurden. Auch die optimal einstellbaren Zeitzünder der Hispano-Suiza Flab Granaten zwangen deutsche Lufttransporte zu Umwegen über Oesterreich oder Frankreich.

Die Schweiz arrangierte sich mit dem sie umschliessenden deutschen Heer: Dieses unterlies fortan Ueberflüge, und kaufte, im Austasch für Nahrungsmittel-Lieferungen aus Uebersee, weiterhin neu verbesserte Schweizer Flab Kanonen und Flab Munition von Oerlikon-Bührle.  Zum Ende des Krieges musste sich die Schweiz von den USA vorwerfen lassen, diese Waffen-Lieferungen hätten zur Verlängerung des Widerstandes der Deutschen Abwehr beigetragen. (US Strafaktionen auf Schweizer Industrie-Städte wurden zwar später als «versehentliche Bombadierungen» beschönigt.)

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